• Holzbauweisen sind überaus ökologisch

    02.10.2009, Beitrag von/aus: Bundesverband Deutscher Fertigbau - Stephan Hörnschemeyer

    Der BDF hat aktuell das Merkblatt „Ökobilanzen im Bauwesen“ veröffentlicht undzeigt, dass die Massivbau-Studie gravierende methodische und inhaltliche Mängel aufweist. Deren Ergebnisse wurden fragwürdig ermittelt.


    Die Ökobilanzanalysiert und bewertet Umweltauswirkungen von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen. Auch im Hausbau suchen Bauinteressenten zunehmend nach vergleichenden Ökobilanzen. Ob Bauinteressenten immer die Informationen erhalten, die sie sich erhoffen, ist kritisch zu hinterfragen. Eine Studie von "Massiv Mein Haus e.V.", also eine Interessengemeinschaft von Herstellern und Verbänden der Steine- und Mörtelindustrie, verwirrt derzeit Fertighaus-Interessenten. Diese Studie beinhaltet einen Ökobilanz-Vergleich zwischen Massiv- und Holzbau bzw. Fertighaus-Bau. Sie gibt vor, dass die Ökobilanz eines Massivhauses genauso gut sei, in einzelnen Punkten sogar besser sei. In Fachkreisen bestehen jedoch erhebliche Zweifel an der Zielstellung der Studie und an der Glaubwürdigkeit der Ergebnisse, da diese rein von Massivbau-Seite beauftragt und erstellt wurde.


    Der BDF hat aktuell das Merkblatt „Ökobilanzen im Bauwesen“ veröffentlicht, welches darstellt, dass diese Massivbau-Studie gravierende methodische und inhaltliche Mängel aufweist und somit das Fertighaus ungerechtfertigt diskreditiert.Hier wurden nicht nur internationale Vorgaben der ISO 14040-Reihe zur Erstellung von Ökobilanzen wissentlich missachtet, es wurden auch Systemgrenzen so gewählt, dass der Holzbau absichtlich benachteiligt wurde. Einer der gravierenden methodischen Mängel ist, dass eine kritische Überprüfung der Berechnungen durch unabhängige sachverständige Dritte („Critical Review“) nicht durchgeführt wurde. Diese Überprüfungen sind jedoch nach internationalen Vorgaben verpflichtend.


    Ein weiteres Beispiel der Unzulänglichkeit der Massivbaustudie ist die realitätsfremde Annahme der Instandsetzungszyklen für die Holzbauweise. Es wurde angenommen, dass alle 30 Jahre der gesamte Wandaufbau für Außen- und Innenwände mit Ausnahme
    der Holzständer komplett erneuert werden. Das hieße, dass alle 30 Jahre ca. 70 Prozent der gesamten Gebäudemasse zwischen Bodenplatte und Dach ausgetauscht würden. Diese Annahme ist mehr als realitätsfremd.


    Als Vergleich werden in dem Merkblatt des BDF die Ergebnisse der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten OekoPot-Studie der Universitäten Stuttgart und Hamburg dargestellt. Diese Studie zeichnet sich dadurch aus, dass die ausführende Projektgruppe aus Spezialisten verschiedener (auch holzfremder) Institute und Unternehmen bestand. Ein Critical Review belegte, dass die OekoPot-Studie wissenschaftlich und technisch korrekt ist. In der OekoPot-Studie erfolgte keine „Systembetrachtung" Haus, sondern eine Betrachtung für einzelne Bauteile (Innenwände, Außenwände, Fenster, etc.). Hiermit kann aufgezeigt werden, dass Bauelemente in denen Holz als Werkstoff verwendet wird, gegenüber Ihren Nichtholz-Konkurrenzprodukten in der Regel ökologische Vorteile aufweisen.


    Weitere Beispiele der kritischen Bewertung werden im BDF-Merkblatt „Ökobilanzen im Bauwesen“ erläutert. Dieses Merkblatt bietet detaillierte Informationen. Das Merkblatt kann im Internetunter
    http://www.bdf-ev.de/german/downloads/download/bdf_merkblatt_oekobilanzen_im_bauwesen.pdf
    heruntergeladen werden.



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