• Plus-Energie-Haus - Das Musterhaus Köln-Frechen und sein Konzept

    24.10.2011, Beitrag von/aus: Stephan Hörnschemeyer

    Konzept
    Die Aufgabe des Architekten besteht im Entwurf eines zukunftsfähigen Gebäudes. Funktion, Technologie und Erscheinungsbild sollen sich am Wohntrend orientieren und der stetig wachsenden Problematik des Klimawandels und Knappheit der natürlichen Ressourcen Rechnung tragen. Mit diesen Vorgaben und der Ausrichtung des Gebäudes zur Sonne, entstand ein modernes Plus-Energie-Haus. Also ein Haus, das einen Überschuss an Energie erwirtschaftet. Der zeitgemäße Gedanke mit Energie verantwortungsvoll umzugehen, wird mittels moderner Architektur unterstützt. Die Nutzung eines flachen Pultdaches schafft reichlich Dachfläche, so dass die montierte ca. 82 m² große Photovoltaikanlage mit 8,1 kWp (Kilowatt-Peak) später sogar noch erweitert werden könnte.

    Auf Grund des Wärmeschutzes wechseln sich wenige, kleine Fenster mit großen Fensterelementen ab, denn „Solararchitektur“ bringt wertvolle solare Wärmegewinne. Um das Ziel „Plus-Energie-Haus“ zu erreichen, wird mittels Brennwertheizung, thermischer Solaranlage zur Heizungsunterstützung und geregelter Lüftungsanlage ausreichend Heizwärme und Warmwasser erzeugt. Die Wärme wird zusätzlich aus der Umwelt gewonnen, die Photovoltaik-Anlage produziert mehr Strom als die Bewohner verbrauchen. Durch die Einspeisung des produzierten Stromes fällt ein tatsächlicher Gewinn von ca. 1.000 kWh/a an.


    Individuelle Architektur
    Das Architektenhaus nutzt auf geschickte Weise ein Wechselspiel zwischen Verblendstein- und Putzfassade. Um die recht geschlossene Ostfassade im Innenraum modern und dennoch gemütlich wirken zu lassen, wurde die Architektur der klaren Linien mittels Rundfenster durchbrochen und es entstand im Inneren ein gemütlicher Kaminbereich. Die Raumqualität im Erdgeschoss wird durch größere Raumhöhen (hier: 2,60 m) hervorgehoben. Diese Großzügigkeit bietet mehr Wohnqualität.


    Die Bauweise
    Das Plus-Energie-Haus wird in Holz- bzw. Großtafelbauweise erstellt. Ziel ist, ein hoch wärmegedämmtes Fertighaus zu bauen. An erster Stelle steht der Anspruch, Energie nicht zu benötigen. Das geschieht mittels hervorragender Wärmedämmung Hierzu eignen sich die Vorteile der Fertighaus-Bauweise insbesondere. Mit der GUSSEK-typischen zweischaligen etwa 42 cm starken Außenwand und optimierten Wärmebrücken entsteht ein solides Plus-Energie-Haus. Mit einer hervorragenden Dämmung kommt die Außenwand mit Verblendstein auf einen U-Wert von 0,139 W/m² K. Die zweischalige Putzfassade erreicht 0,133 W/m² K.


    Art des Wärmeerzeugers
    Die Wärmeerzeugung erfolgt für die Warmwasserbereitung über eine effiziente Brennwertheizung mit thermischer Solaranlage zur Heizungsunterstützung. Das ist eine sparsame und kostengünstige Heizungsanlage. Das Plus-Energie-Haus spart dank Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zusätzlich Energie. Das Haus wird selbstverständlich mit einer Flächenheizung als Fußbodenheizung ausgeführt. Damit ist die Voraussetzung gegeben, später auf eine Wärmepumpe umsteigen zu können.


    Die Lüftungsanlage
    Die Lüftungsanlage dient der Beheizung und der Frischluftzufuhr aller Räumlichkeiten. Die Lüftungsleitungen sind teilweise als Bodenkanäle auf dem EG-Fußboden sowie in den Decken der Obergeschosse verlegt. Es gibt einen Auslass der Luft in der fast fensterlosen Nordfassade. Die Luftabfuhr erfolgt über die Absaugung in den Bädern und die Wärmerückgewinnung. Die Lüftungsanlage verfügt über eine Wärmerückgewinnung in Höhe von ca. 90 %.


    Solare Nutzung
    Die solare Nutzung besteht aus der Installation der Photovoltaik-Anlage mit 8,1 kWp (Kilowatt-Peak). Nachweislich erbringt die Anlage etwa 8.200 kWh/a. Der Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser beträgt etwa 3.000 kWh/a, für Hilfsstrom und Haushaltsstrom fallen etwa 4.200 kWh/a an. Daraus ergibt sich ein Überschuss von ca. 1.000 kWh pro Jahr. Mit Verwendung einer Wärmepumpe können noch höhere Energiegewinne realisiert werden. Damit leistet das Haus einen Anteil an einer CO2 Ersparnis. Und das ist überaus positiv zu bewerten.


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