• Große Pläne - kleines Budget

    30.11.2009, Beitrag von/aus: Fertighaus-Magazin Hausbau

    Junge, noch wachsende Familien brauchen flexiblen Wohnraum, der sich allen Zukunftsplänen anpassen lässt - und den sie sich leisten können. Wir (Anmerkung: Fachschriften Verlag: Hausbau ) haben acht Hersteller nach geeingneten Entwürfen unter 200.000 euro gefragt. Hier zeigen wir die Favoriten und geben Haus-Planungstipps für einen entspannten Familien-Alltag.


    Häuser für junge Familien
    Das Leben junger Famiien ist geprägt durch Veränderungen. Und oft durch ein kleiner werdendes Haushaltseinkommen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Wohnfläche und der Wusch nach einem eigenen Haus . Wie passt das zusammen?

    Gut, wenn von Anfang an sorgfältig und kostenbewusst geplant wird. Häuser für junge Familien müssen vor allem preisgünstig und trotzdem individuell, flexibel und familienfreundlich sein. Wer preiswert bauen will, muss in der Regel zunächst etwas mehr Zeit investieren. Denn eine genaue Bedarfsanalyse, eine sorgfältige Grundstücksauswahl, ein detaillierter Angebotsvergleich - und eventuell Eigenleistungen beim Ausbau - sind unverzichtbar. Bei der Bedarfsanalyse hilft eine Liste, in der alle Wünsche in drei Kategorienen eingetragen werden:

    - Was brauchen wir unbedingt von Anfang an?
    - Was wäre zusätzlich wünschenswert?
    - Was lässt sich später einfach nachrüsten?

    In die letzte Kategorie fallen zum Beispiel ein flexibel abtrennbares Zusatzzimmer, ein späterer Dachausbau, ein vorgesetzter Balkon, Solaranlage, Regenwassernutzung und ähnliches.

    Bei der Auswahl vom Grundstück gilt es abzuwägen zwischen einem teureren und meist kleinen stadtnahen Grundstück und einem größeren oder preiswerteren auf dem Land. Nicht zu vergessen sind bei letzterem allerdings der Kosten- und Zeitaufwand für längere Transportwege und eventuell ein zusätzliches Auto.

    Bei einem ebenen Grundstück entfallen die Kosten für eine aufwendige Hanganpassung, wer nicht auf einen Keller verzichten will, sollte icht in einem Gebiet mit felsigem Untergrund bauen. Ein Blick auf den Bebauungsplan gibt Auskunft, ob ein hoher Kniestock oder sogar zweigeschossige Bauweise erlaubt ist. Dadurch lässt sich im Obergeschoss mehr Wohnfläche auch auf kleiner Grundfläche erzielen - und es kann kostengünstiger sein, einen höheren Kniestock zu bauen als ein größeres Erdgeschoss.

    Der Klassiker unter den Spartipps ist die Eigenleistung. Deshalb werden viele günstigeHäuser fast fertig angeboten. Hier fehlen meist noch Teppich-Bodenbeläge und Malerarbeiten. Leistungen, die auch der Bauherr recht gut ausführen kann. Den Zeitaufwand für die Ausbauleistungen sollte man genau durchkalkulieren (lassen), denn wenn nachträglich und kurzfristig Leistungen an Handwerker vergeben werden müssen, geht der anfängliche Spareffekt verloren. In jedem Fall müssen die Angebote der Hersteller anhand der Bau- und Leistungsbeschreibung verglichen werden. Ein seriöser Anbieter weist darauf hin, welche Kosten zusätzlich anfallen. Bei genauem Hinsehen ist das teurere Angebot manchmal das günstigere, weil hochwertigere Materialien verbaut werden oder mehr Leistungen enthalten sind.

    Planungstipps für ein gutes Einfamilienhaus
    Ein Familienhaus muss flexibel sein, denn Kleinkinder haben andere Bedürfnisse als Jugendliche, irgendwann zieht der Nachwuchs aus - und auch die Eltern sollen nicht zu kurz kommen. Aber was macht ein Haus flexibel? Bewährt hat sich folgendes Raumkonzept: Ein offener Gemeinschaftsraum mit Küche, ergänzt von möglichst ähnlich großen, gut proportionierten Zimmern. Die Lage der Treppe ist entscheidend. Liegt sie in einem Windfang nahe der Haustür, kann das Obergeschoss später zu einer separaten Wohnung abgeteilt werden. Wer sich diese Option offen halten will, kann beim Hausbau relativ kostengünstig Leerrohre für eine spätere Kücheninstallation bis ins Obergeschoss verlegen. Empfehlenswert ist ein erhöhter Schallschutz bei der Geschossdecke. Dieser kann über konstruktive Maßnahmen beim Deckenaufbau hergestellt werden. Aber auch ein weicher Bodenbelag im Obergeschoss dämpft den Trittschall. Das ist nicht nur notwendig, wenn das Obergeschoss später vermietet werden soll, sondern auch angenehm im Familienalltag.

    Offene Galerien oder im Wohnraum liegende Treppen sind gerade bei größeren Familien weniger empfehlenswert. Sie heben die akustische Trennung zwischen den Geschossen auf und holen viel "Durchgangsverkehr" ins Wohnzimmer. Ein offener Grundriss im Erdgeschoss ist dagegen durchaus familienfreundlich. Denn durch weniger Innenwände kann auch auf kleiner Grundfläche eine großzügige Raumabfolge ohne Engstellen enstehen.

    Vor allem im Eingangsbereich zwischen Haustür und Geschosstreppe sollte genug Platz sein. Wenn bei schlechtem Wetter mehrere Leute schnell ins Haus wollen, braucht man Platz für nasse Jacken, Schirme, Schuhe, Kinderwagen oder Schulranzen. Ein Abstellraum neben dem Haus-Eingang ist sehr sinnvoll, dann ist die übervolle Garderrobe nicht immer im Blick.

    Eine offene Küche hat mehrere Vorteile: Sind die Kinder noch klein, sind sie beim Spielen auch während der Haus-Arbeit im Blickfeld der Eltern. Außerdem gibt es mehr Platz für einen großen Esstisch, der auch mal ins Wohnzimmer ausgezogen werden kann. Optimal ist eine halboffene Lösung, bei der die Küche mit einer breiten Schiebetür abgetrennt werden kann. Dann können dreckiges Geschirr und Küchendünste auch mal vom Wohnraum abgeschottet werden. Mehr Flexibilität schafft auch ein zusätzliches Zimmer im Erdgeschoss. Es kann als Gäste- oder Arbeitszimmer genutzt werden, in dem dann auch mal Bügelwäsche liegen bleiben kann, oder als "Krankenzimmer", wenn die Kleinen Bauchweh haben und tagsüber in der Nähe der Eltern liegen wollen. Praktisch ist auch ein per Schiebetür abtrennbares Zimmer. So kann für eine große Familienfeier der Wohnraum erweitert werden.

    Im Obergeschoss sollte jedes Familienmitglied einen eigenen Rückzugsbereich haben. Kleine Kinder teilen sich vielleicht ein großes Zimmer, das sich später, wenn die Pupertät naht, in zwei kleinere, eigene Zimmer aufteilen lässt. Bei Familien mit mehr als zwei Kindern sollte auf jeden Fall ein zweites Bad eingeplant werden. Wenn dafür im Dachgeschoss kein Platz ist, kann das Gäste-WC im Erdgeschoss mit einer Dusche ausgestattet werden. Bei bodengleichem Einbau und flexibler Duschabtrennung nimmt sie sehr wenig Platz weg. Wenn morgens alle gleichzeitig aus dem haus müssen, entspannt diese Ausweichmöglichkeit den Familienalltag enorm. Und Entspannung ist schließlich eine der wichtigsten Aufgaben eines guten Familienhauses.




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