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Insel Feeling
17.03.2011, Beitrag von/aus: Das Einfamilienhaus 3/4-2011 Seite 38-41
Catrin und Christian Hansen wohnen bereits seit zehn Jahren in einer Kleinstadt im Herzen Ostfrieslands, wo sie auch beide beruflich fest verwurzelt sind. Während Catrin Hansen von den eigenen vier Wänden träumte, stand ihr Mann den Themen Wohneigentum und Hausbau skeptisch gegenüber – nicht zuletzt wegen der „Baukatastrophen”, die manche Fernsehsender publik machen. Doch die ständig steigenden Heizkosten ihres schlecht gedämmten Miethauses bewogen auch ihn schließlich zum Umdenken.
Guter Grund
Wie in vielen Orten Norddeutschlands werden in Ostfriesland zahlreiche Neubaugebiet auf ehemaligen Moorflächen erschlossen. Durch die schwierigen Gründungsverhältnisse kann das Bauvorhaben hier unerwartet teuer werden. Zum Glück wurde gerade ein neues Baugebiet auf einem Sandrücken ausgewiesen, sodass dieses Problem für Hansens keine Rolle spielte. Die Eheleute erwarben den Bauplatz direkt von der Gemeinde. Sie hatten sich eine ruhige Parzelle am Ende einerSackgasse ausgesucht, wo kein Durchgangsverkehr zu erwarten ist. Außerdem wird direkt vor dem Haus noch der Spielplatz für dieses Baugebiet entstehen. Der Bebauungsplan ließ den angehenden Bauherren viel Gestaltungsspielraum. Auch das von Catrin Hansen favorisierte Holzhaus wäre genehmigungsfähig gewesen. Aber nachdem das Ehepaar gerne viel Zeit auf der Insel Spiekeroog verbringt und Gefallen an den dort typischen Häuser in Grün mit weißen Fenstern findet, wollten man diesen regionaltypischen Stil aufgreifen und mit Klinkern kombinieren. Außerdem hatte sich das Paar mit dem Konzept des Fertigbaus beschäftigt, das die gewünschte Sicherheit gewährleistete, indem es einen zuverlässigen Finanzrahmen, einen fixen Fertigstellungstermin sowie einen festen Ansprechpartner für alle Belange bot. Insbesondere die Dienstleistung „alles aus einer Hand” überzeugte, da die Koordination einer Vielzahl von Handwerkern und Firmen auf einer Baustelle für die angehenden Bauherren äußerst unangenehm gewesen wäre.
Pläne schmieden
Die meistens in solchen Fällen – vor einer großen Investition – hörte sich das Ehepaar im Freundes- und Bekanntenkreis nach „Bau-Erfahrungen” um. Eine Freundin der Familie hatte vor einigen Jahren mit Gussek Haus gebaut, sie lud ein zur Besichtigung, berichtete über ihre Erfahrungen. Den Bauaspiranten gefiel, was sie sahen und hörten, und sie begannen damit, eigene Pläne zu schmieden. Wie sieht der optimale Grundriss für uns aus? Wie viele Räume benötigen wir? Neben dem Elternschlafzimmer sollte natürlich die kleine Tochter ihr eigenes Reich erhalten, aber auch an Arbeits- und Gästezimmer musste gedacht werden. Gerade für Besuch, der länger bleibt, ist ein separater Bereich mit eigenem kleinem Badezimmer ganz wichtig. Auch die Zukunft spielt eine Rolle, wenn Kinder aus dem Haus sind, die Bewegungsfähigkeit vielleicht eingeschränkt ist, dann würde das Erdgeschoss eine voll funktionsfähige Wohneinheit ebenerdig bieten.
Viel Licht
In dieser Planungs- und Orientierungsphase dienten verschiedene Hausmodelle, die in Zeitschriften vorgestellt wurden, als Anregung. Ebenso setzte sich das Bauherren-Paar mit dem Haus der Freundin auseinander, um auch ein Gespür für Raumgrößen zu entwickeln. Hansens entschieden sich für einen Erker im Essbereich und einen zweiten Hauseingang als eine Art Schleuse für verschmutzte Schuhe und Spielsachen. Lichtdurchflutete Räume standen ganz oben auf der Wunschliste, daher wurden viele der angedachten Verglasungen in Form von Fenstertüren ausgeführt. Das Haus steht auf einer Bodenplatte, ein Kellergeschoss wird nicht benötigt. Das Badezimmer im Obergeschoss wurde so großzügig dimensioniert,dass sowohl Waschmaschine, als auch Wäschetrockner darin Platz finden – was die Bauherrin im Nachhinein als ungemein praktisch empfindet. Ein Abstellraum genügt für die komplette Haustechnik.
Hoch hinaus
Das Kinderzimmer ist von den reinen Abmessungen her nicht übermäßig groß, aber die Eltern haben an eine tolle Lösung gedacht: Der Raum im Zwerchgiebel ist bis unter den Dachfirst offen, keine Zwischendecke verstellt den Blick. Ein halbrundes Fenster verleiht dem Giebeldreieck seinen besonderen Charme. Die Raumhöhe von über 4 m erlaubt die Aufstellung eines Hochbetts. Daher wurden in 2,80 m Höhe bereits Lichtschalter angebracht. Unter dem Hochbett würde dann weiterer Platz zum Spielen entsteht. Gleichzeitig kann die Tochter aber auch den groß zügigen Flur im Obergeschoss als Spielfläche nutzen. Hier sorgt ein Dachflächenfenster, das absichtlich eine Nummer größer als der übliche Standard gewählt wurde, für besonders viel Helligkeit.
Bemusterung
Zur Bemusterung fuhr das Ehepaar zwei Tage an den Firmensitz nach Nordhorn. Dort wählten sie vom Dachziegel über die Badezimmereinrichtung und Heizkörperplatzierung bis zum Klingelton alle Details aus. Danach blieben ihnen aber noch 14 Tage Zeit, um alle Entscheidungen in Ruhe zu überdenken. Hansens fiel die Auswahl nicht schwer, da sie sich schon im Vorfeld mit solchen Dingen beschäftigt hatten – der Wunsch nach einem eigenen Haus bestand ja schon länger. Für den Klinker, die Fenster und die Haustür besaßen sie bereits konkrete Ideen. „Ich dachte zuvor: Aussuchen ist das Schönste der Welt, aber es waren dann doch sehr viele Entscheidungen zu treffen. Man muss unbedingt vorbereitet sein”, empfiehlt die Bauherrin. Tipps und Beratung gab es auch vom Gussek-Innenarchitekt bei der Bemusterung. Mit allen Innenausbauarbeiten, bis auf das Malern und Tapezieren, wurde der Haushersteller beauftragt. Die Fertigstellung verliefexakt wie vereinbart, sodass den Bauherren die Sommerferien für ihre Eigenleistungen blieben. Wie vom Hersteller versprochen konnte 10 Wochen nach Baubeginn der Einzug stattfinden. Auch mit „Nacharbeiten” wie dem Nachjustieren von Türen sind die Bauherren sehr zufrieden. „Ein Anruf genügt und der Kundendienst kommt sofort”, erzählt die Bauherrin. Dieser Service vermittle ihr Sicherheit, weil sich jemand auch nach Fertigstellung noch verantwortlich und zuständig fühlt.
Haus-Montage
Die Aufstellung des Hauses war für alle sehr spannend. Am Abend des ersten Tages stand fast das komplette Haus bis auf den Giebel. Da üblicherweise in der Region Steinhäuser gebaut werden, waren auch die Nachbarn von der Schnelligkeit der Bauweise überrascht: Morgens war noch nichts zu sehen, abends stand ein Haus. Viele haben sich scherzhaft gefragt, wie lange sie weg waren.
Sommer und Winter
Mit der Isolierung und den Heizkosten ist die Familie sehr zufrieden. Sie zahlt weniger als die Hälfte der ehemaligen Betriebskosten. Geheizt wird mit Gas, eine Solaranlage sorgt für die Warmwassererwärmung und ein Kaminofen im Wohnzimmer für Wärme während der Übergangszeit. Nur im Bad gibt es eine Fußbodenheizung, ansonsten wählte man Heizkörper wegen vorhandener Allergien. Im Sommer wohnt die Familie viel draußen, räumt den Tisch von der Küche einfach auf die Terrasse und verlegt das Essen ins Freie. Dort existieren mehrere Sitzplätze, um sich nach dem Lauf der Sonne zu richten.
Fazit der Bauherren
Kritik am Haus gibt es keine und auch die Zahl unerfüllt gebliebener Wünsche hält sich in Grenzen. „Wenn unser Budget größer gewesen wäre, hätte wirgerne eine Fußbodenheizung in der Küche genommen. Auch weiße Balkone vor dem Bad und dem Kinderzimmer hätten für uns das Bild desHauses noch runder gemacht. Wir hatten das Glück, von Freunden eineKalkulation zu sehen, und damit eine genaue Vorstellung über sämtliche Kostenpositionen zu erhalten, die neben den eigentlichen Bau- und Grundstückskosten auf einen zukommen, wie Hausanschlussgebühren, Vermessungsgebühren und ähnliches. Viele angehende Bauherren haben diese nicht im Blick. Aber eine realistische Einschätzung ist ganz wichtig, gibt Planungs- und finanzielle Sicherheit”, rät die Bauherrin. Außerdem sei es beim Hausbau hilfreich, wenn man vorher eigene Ideen und Wünsche entwickelt und konkretisiere. Daher sei es für angehende Bauherren sinnvoll die Ausstellung der Hersteller schon vor der Bemusterung zu besuchen um sich einen guten Überblick zu verschaffen.
Quelle:
Das Einfamilienhaus
Ausgabe 3/4-2011
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